Legenden, Märchen und Sagen
Die Ottiliensage
Wie viele andere Städte und Gemeinden hat auch Suhl seine eigene mythologische "Kernsage"
- „Die Sage vom Ottilienstein” oder auch „Die Sage von der weißen Bergmannsbraut”. Ihre zeitliche Entstehung
und ursprüngliche geografische Lokalisation ist nicht mehr zu ermitteln, und es
kann nur auf Grundlage ambitionierter Spekulationen sowie fragiler Indizien vermutet werden, wie sie
zustande gekommen ist. Aber dieser Umstand, als dann, märchenhafte sowie mystische Wesen, dramatische wie
tragische Geschehnisse, Treueschwüre, eine Jungfrau und die Folgen unsterblicher Liebe, kennzeichnen
in breiter
Übereinstimmung, gemeinsam mit anderen Sagen, Märchen und Legenden, das Kernmerkmal ihres Wesens.
Die märchenhafte wie dichterische Erzählform, ist nicht statisch oder absolut, sondern steht in ihrer
inhaltlichen Abfolge und personellen Besetzung nicht unbedingt fest. Auch örtliche bzw. regionale Bezüge,
unterlagen oft im Verlaufe ihrer mündlichen bzw. mundartlichen Übermittlung, welche sich in aller Regel über
Jahrhunderte
erstreckt, allmählichen - in ihrer Konsequenz nicht mehr rückfürbaren - Abänderungen. Ein Grund hierfür, mag
der in den zurückliegenden Jahrhunderten vorherrschende Analphabetismus sein. Desweiteren wird auch die
Präsenz und der damit verbundene Einfuss von Religion auf das tägliche Leben und Denken des einfachen
Menschen, sowie der allgegenwärtig
vorherrschende Aberglaube, z.Bsp. in Gestalte von Hexen, dem Pelzebub, Engel, das Wiederauferstehen von
Toten, schwarze Katzen u.ä., in einem entscheidenden
Maße dazu beigetrgagen haben. Somit war es dem
Erzählenden überlassen, dass von ihm Gehörte getreulich dem Wort folgend weiterzugeben oder angespornt durch
Emotionen, Erfahrungen und Absichten etwas hinzuzufügen, wegzulassen oder Ausschmückungen einzuflechten.
Auch wenn der Wahrheitsgehalt einer Sage in aller Regel nicht als Faktum vorliegt, so verbirgt sich doch oft
die Sehnsucht des einfachen Menschen nach Gerechtigkeit, Freiheit und einem ehrlichen Leben in den
märchenhaften und fantastischen Überhebungen einstigen Zeitgeschehens.
Um weiteren willkürlichen Veränderungen des Inhalts dieser Sage vorzubeugen, hat sich der Verein
Heimatstaerke e.V. auf den Weg gemacht, in der Chronik dieser Sage, so weit als nur möglich zurückzugehen,
um dort einmal fündig gworden - in Form der durch Hermann Goedsche verfassten Ausgabe von 1836 - sie durch
eine schön gestaltete Neuauflage in Buchform, für die Nachwelt zu erhalten.
Dieses Projekt wurde mit der jetzt erschienen Ausgabe umgesetzt. Als Ergebnis präsentieren wir dieses
wunderbar gestaltete Buch, welches den Leser eintauchen lässt in die faszinierende Welt der Suhler
Ottilensage. Lesen Sie sie Ihren Kindern und Enkeln vor - sie werden es Ihnen danken!
Wenn sie auch an Pflege und Erhaltung der lokalen und regionalen Kulturzeugnisse Suhls interessiert sind,
können sie unsere Arbeit, unter anderem, durch ein finanziellen Beitrag unterstützen. Ab einer Höhe von 25.00 € erhalten sie diese
Ausgabe.
Vielen Dank für ihr Unterstützung.
Verein Heimatstärke e.V.